Ausstellung im Glasmuseum Rheinbach: Drei Sprachen: Glas – Le verre en trois langues – Trzy języki: szkło vom 18.10. bis 24.11.2013

Okt 11th, 2013 | By | Category: Allgemein, Ausstellungen

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Hier sehen Sie Impressionen der Ausstellungseröffnung vom 18.10.2013.

Die Ausstellung im Glasmuseum Rheinbach, die im Rahmen des Kooperationsprojektes vereinigt  drei verschiedene Annäherungen an die Ausdrucksmöglichkeiten des Werkstoffs Glas und damit auch auch drei unterschiedliche künstlerische Temperamente: Der fantastische Realismus von Stanislaw Borowski (PL) trifft auf die archaischen Stilisierungen von Georg Linden (D) und geheimnisvollen Fetische von Gérald Vatrin (F).

„Kulturdreieck – Rheinland, Frankreich, Polen“

„Kulturdreieck – Rheinland, Frankreich, Polen“ ist ein interkulturelles Kooperationsprojekt, das die Kulturämter der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises gemeinsam mit zahlreichen Partnern entwickelt haben. Der Titel „Kulturdreieck – Rheinland, Frankreich, Polen“ spielt auf das so genannte „Weimarer Dreieck“ an. Darunter wird die stärkere Zusammenarbeit Deutschlands, Frankreichs und Polens verstanden. Die Außenminister der drei Staaten vereinbarten diese am 28. August 1991 in Weimar. Seitdem tagt das „Weimarer Dreieck“ regelmäßig und konzentriert sich bislang auf politische Fragen. Die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis beleben das Weimarer Dreieck nun mit kulturellen Projekten.

Mit dem Ziel, die jeweils eigene Kultur den Nachbarn näher zu bringen und die des anderen verstehen zu lernen sowie Gemeinsamkeiten zu pflegen und Begegnungen zu ermöglichen, finden von April bis November 2013 in der Region Konzerte, Ausstellungen, Performances und Vorlesungen mit zum Teil trilateraler Beteiligung statt. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von der in allen drei Ländern verwurzelten Jazzmusik.
Das Jahr 2013 bietet sich hierfür besonders an: Aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages feiert die Stadt Bonn ihr Frankreichjahr und hat eine Brücke zur lothringischen Hauptstadt Nancy geschlagen. Der Rhein-Sieg-Kreis unterhält seit Jahren eine Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Bunzlau/Boleslawiec.
Unterstützt wird das Kooperationsprojekt vom Landschaftsverband Rheinland.

Stanislaw Borowski

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Objekt „Deep from my heart“ von Stanislav Borowski

borowskiGlas ist für Stanislaw Borowski sen. und seine ebenfalls als Glaskünstler bekannten Söhne Pawel und Stanislaw Jan  pure Faszination. Dabei ist Stanislaw sen. ein Meister der traditionellen Gravur auf Überfangglas, die er in einer einzigartigen Perfektion beherrscht. Das Spiel von Licht, Form und Farbe eröffnet ihnen eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten in Glas, die sie täglich auf ein Neues begeistern. Dabei ist reine Lebensfreude – nach eigenem Bekunden – ihre stärkste Inspirationsquelle, die sich in ausdruckstarken Objekten und Skulpturen wiederspiegelt.Stanislaw Borowski wurde 1944 in Moutiers (Frankreich geboren). 1966-75 arbeitete er als Graveur und Schleifer für die Glasmanufaktur in Krosno (PL), danach als freischaffender Künstler. 1982 flüchtete er aus Polen nach Deutschland und arbeitete einige Zeit in Rheinbach im Glashaus am Wasserturm, wo er mit Udo Edelmann die skandinavische Graaltechnik wiederbelebte. Seitt1985 werden die Werke von Stanislaw Borowski überwiegend in den USA gezeigt. 1989 legte Stanislaw Borowski den Grundstein für die erste eigene Glashütte in Hennef bei Bonn. 1993 gründen die Söhne Wiktor und Pawel Borowski die Glasstudio Borowski GmbH und es entsteht – neben den bekannten Unikaten – die kommerzielle Kollektion „Studio Line“. 1992 wird das Borowski Studio für Heißglasverarbeitung in Bunzlau an der deutsch-polnischen Grenze gegründet. Seit 1995 entstehen Leuchtobjekte, seit 2003 Objekte für den Außenbereich. 2004 wird die Borowski Gallery in der Düsseldorfer Königsallee eröffnet.

Stanislaw Borowski und seine Söhne sind inzwischen in europäischen, nordamerikanischen und fernöstlichen Galerien, Ausstellungen und Sammlungen vertreten.

Weitere Infos über Stanislaw Borowski finden Sie auf seiner Website.

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Objekt „Trajectory“ von Georg Linden

Georg Linden

lindenDer 1965 in Bonn geborene Künstler lernte  1981 – 1983 an der Glasfachschule Rheinbach   Glas- und Porzellanmalerei. 1983 – 1984 arbeitet im väterlichen Glasmalereibetrieb in Bonn. Nach der Meisterprüfung 1987 studiert er 1989 – 1992 an der Akademie für gestaltende Handwerke der HWK Aachen, Gut Rosenberg. Seit 1993 ist er Fachlehrer an der Glasfachschule Rheinbach.

Der Künstler sucht in seinen Arbeiten immer wieder das Gespräch zwischen den unter-schiedlichen Materialien. Stahl, Drahtseil oder Stein sind konsequenterweise nicht nur Aufhängung oder Stütze der Glaselemente, vielmehr sind sie unabdingbarer Teil der jeweiligen Installation. Seine Glasschmelzarbeiten werden in Pâte-de-verre oder als Fusingarbeit hergestellt und oft mit Glasmalerei kombiniert, wobei die Technik nie Selbstzweck ist, sondern nur Mittel, die bildhauerischen und malerischen Ideen umzusetzen.

Ein Dialog zwischen Licht, Farbe und Raum ist fester Bestandteil seiner Arbeiten.
Georg Linden experimentiert mit Glasverschmelzungen und Glasgussarbeiten in Kombination mit den unterschiedlichsten Formmaterialien, um Schwere / Leichtigkeit und Dichte / Transparenz immer wieder in seine Arbeiten einfließen zu lassen.
Die Vielseitigkeit der unterschiedlichen ausgestellten Arbeiten zeigt die immer wiederkehrende Suche und Auseinandersetzung mit dieser Thematik.

 

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Glasobjekt von Gerald Vatrin

Weitere Infos und eine Vita von Georg Linden finden Sie hier.


Gérald  Vatrin

vatrinDer in Nancy geborene Künstler absolvierte die  „Ecole des Beaux-arts d‘ Epinal“ und das „Centre Européen de Recherche et de Formation aux Arts Verriers“ (CERFAV) in Vannes-le-Châtel.  Er arbeitet auch als Maler und Bildhauer, Glas bildet jedoch den Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens. Nach  zahlreichen  Reisen in fast alle Kontinente und Begegnungen mit verschiedenen Kulturen und Kunstformen entdeckte er  Glas als idealen Werkstoff für seine künstlerischen Absichten. Die Formbarkeit des Glases im Schmelzprozess sowie die vielfältigen „kalten“ Bearbeitungsmöglichkeiten  faszinieren ihn immer wieder aufs Neue.

Seine  Objekte begeistern durch ihre Zartheit, liegen kühl in der hohlen Hand, funkeln im Licht. Sie sind die stillen und lebendigen Zeugen von vielfältigen und tiefgreifenden  Beeinflussungen durch fremde Kulturen wie auch durch überraschende Erscheinungsformen der Natur. Sie zeichnen sich durch die Balance von Ruhe und Bewegung, Kraft und Zurückhaltung aus.  Gérard Vatrin strebt mit seinen Objekten nicht weniger als eine Annäherung an den Sinn des Lebens und die Sichtbarmachung des Geheimnisses göttlicher Schöpfung an.

Mehr Infos auf der Website des Künstlers.

Zur Eröffnung der Ausstellung im Glasmuseum Rheinbach

Himmeroder Wall 6
53359 Rheinbach

am Freitag, dem 18.10.2013, 19.30 Uhr

sind alle Freunde der Glaskunst herzlich eingeladen.

Musikalischer Auftakt: Martina Kölle, Gitarre, und Ingmar Meissner, Violine

Begrüßung: Stefan Raetz, Bürgermeister

Grußwort: Rainer Land, Kulturamt Rhein-Sieg-Kreis

Musikalisches Intermezzo

Einführung: Dr. Ruth Fabritius, Museumsleiterin

Musikalischer Ausklang

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