Entstehung des Himmeroder Hofs

Blick in die Historie: Das Zisterzienserkloster Himmerod und sein gleichnamiger Hof in Rheinbach

Himmeroder Hof

Himmeroder Hof

Bernhard von Clairvaux, der Gründer des Zisterzienserordens, richtete 1138 in Himmerod in der Eifel ein Kloster ein, das durch Schenkungen und Vergünstigungen seinen Grundbesitz rasch ausdehnen konnte.

Himmerod wuchs im Laufe des 13. Jahrhunderts zu einer der größten rheinischen Grundherrschaften an. Dabei waren die Güter der Abtei weit verstreut, so dass an vielen Orten eigene Höfe eingerichtet werden mussten.

Im heutigen Rheinbach gab es alleine drei: einen in Kleinaltendorf, einen in Wormersdorf sowie einen im südöstlich des heutigen Stadtkerns gelegenen und heute wüsten Rheinbachweiler.
 
Gegen Ende des Stadtwerdungsprozesses wurden 1323 die Mönche und Bewohner des Himmeroder Klosterhofes in Rheinbachweiler als Mitbürger in die Stadt Rheinbach aufgenommen. Zu dieser Zeit besaß Himmerod bereits ein Haus in der Stadt. Die Siedlung Rheinbachweiler starb in den nächsten zwei Jahrhunderten aus, da die Stadt den Bewohnern der Siedlung mehr Sicherheit bieten konnte.

Der Himmeroder Hof in Rheinbach, der aus eigenen Mitteln circa 73 Meter der Rheinbacher Stadtmauer finanzierte, war die zentrale Hebe- und Verwaltungsstelle für die Himmeroder Besitzungen in Rheinbachweiler, Kleinaltendorf, Wormersdorf, Ersdorf, Ipplendorf, Todenfeld und Flerzheim.

Bis Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Himmeroder Hof im Eigenbetrieb bewirtschaftet. Dann verpachtete man den Hof an Rheinbacher Bürger. Die Pächter hatten alle Pachtabgaben in und um Rheinbach zu erheben und auf den Bonner Speicher des Klosters zu liefern.
 
Nach einem der Pächter, Dederich Polch, entwickelte sich für die am Hof entlang verlaufende Straße der Name Polchsgasse, heute Polligsstraße. Neben dem eigentlichen Hof wurden auch einzelne Parzellen verpachtet. So gab man 1770 115 Morgen Ackerland in 280 Einzelstücken an 150 Pächter ab.

Die heute noch erhaltenen Teile der Hofanlage stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.  

Nach der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen wurden alle Klöster mit ihrem Grundbesitz vom Staat eingezogen und verkauft. So fiel auch der Himmeroder Hof in Rheinbach 1806 in private Hände. Im 20. Jahrhundert war der Hof im Besitz der Familie Scheben. Diese verkaufte dann die Hofanlage 1966 an die Stadt Rheinbach.

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