Franz Wendler

Zwei Berufsleben: Glas
Plakat zur Wendler-Ausstellung

Franz Wendler 1913-2007  / Linda Wendler 1938-2012

In diesem Jahr wäre der Graveur Franz Wendler 100, seine Frau, die Glasmalerin Gerlinde Wendler geb. Schwanda, 75 Jahre alt geworden. Aus Anlass dieses Doppeljubiläums zeigt das Glasmuseum Rheinbach vom 6. Juni (Eröffnung) bis zum 6. Oktober 2013 eine Sonderausstellung mit Arbeiten der beiden Glaskünstler aus privaten und öffentlichen Sammlungen.
Das Ehepaar stellte für Jahrzehnte einen nicht wegzudenkenden Teil der Rheinbacher Glaskunstszene dar. Darüber hinaus haben sich die aus Nordböhmen stammenden Wendlers in vielfältiger Weise, nicht zuletzt als aktive Mitglieder des Vereins „Freunde und Förderer von Steinschönau/Kamenický Šenov“ um die deutsch-tschechische Freundschaft und Aussöhnung verdient gemacht.

Franz Wendler

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Ehrung von Franz Wendler durch den Bürgermeister der Stadt Rheinbach, 2006

geb. am 6. Juni 1913 in München, bald danach Rückkehr der Familie nach Nordböhmen: bis 1923 nach Zwitte bei Lindenau, dann ab Dezember 1924 nach Haida
ab 1919 Volksschule, anschließend Mittelschule in Böhmisch Leipa
1928 Beginn der dreijährigen Lehre zum Graveur in Langenau in der Firma R. Markowsky bei Lehrmeister Walter Klaus, der 1929 als Selbständiger nach Piehl zog; anschließend fünf Gesellenjahre bei seinem Lehrmeister
1936, mit 23 Jahren, eigener Betrieb in Haida mit zuletzt fünf Gesellen; Betrieb bestand während des Zweiten Weltkrieges fort.
1939 – 1945 Soldat bei der Deutschen Wehrmacht, anschließend Verbleib im Westen Deutschlands; Enteignung des Betriebs in Nordböhmen
1947 neue Gravurwerkstatt in Bedburg/Erft
1950 Umzug nach Rheinbach, Aufträge von mehreren Glasfirmen, Aufbau eines Glasveredlungsbetriebs mit bis zu fünf Gesellen
1963 – 2007 eigenständig bzw. ohne Lohnarbeiter tätig, um eigene Dekorentwürfe für ausgewählte Auftraggeber (z. B. Botschaf¬ten) und Sammler verwirklichen zu können.
Spezialität: meisterliche Ornamentgravuren
gest. am 28. Oktober 2007

Ausstellungen

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Straßenumbenennung der Stettiner Straße in die Fran-Wendler-Straße, 2008

zahlreiche Gruppenausstellungen mit dem Verband der Rheinbacher Glasveredler
Einzelausstellungen: Glasmuseum Rheinbach (1997, 2003, 2013), Glasmuseum Kamenický Šenov /Steinschönau (2008 im Rahmen des Internationalen Gravursymposiums)

Ehrungen

1993 Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Betreuung von Häftlingen der JVA Rheinbach
2006  Ehrengabe der Stadt Rheinbach
2008 Umbenennung der Stettiner Straße, in der das Haus der Wendlers seit 1967 stand, in Franz-Wendler-Straße

zahlreiche Sportlerehrungen.

Linda (eigtl. Gerlinde) Wendler, geb. Schwanda

geb. am 29. April 1938 in Haida (ČSR)
Anders die meisten ihrer sudetendeutschen Landsleute, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden, musste Fam. Schwanda als gefragte Fachkräfte für Glasmalerei in der Tschechoslowakei zurückbleiben.
Nach Schulzeit zunächst Zwangslehre als Metalldreherin
Ab 1956 Ausbildung als Glasmalerin
1960 Gesellenbrief, danach Weiterbeschäftigung als Glas- und Porzellanmalerin bei Fa. Crystalex, Haida/Nový Bor (ČSSR)
1967 Aussiedlung in die Bundesrepublik Deutschland, zunächst Ausbildung als Stenotypistin
1967 – 1969 Beschäftigung in der Glasmalerei Heinz Markowsky, Rheinbach
1979 – 1985 Beschäftigung in der Glasveredlung Franz Wendler, Rheinbach
1980 – 1981 Meisterprüfungslehrgang in Rheinbach und an der Glasfachschule Zwiesel als Glas- und Porzellanmalerin
1982 Meisterprüfung
1985 – 2003 Fachlehrerin an der Glasfachschule Rheinbach
Gest. am 23. Mai 2012

sowie fünf weiteren privaten Leihgebern aus Mönchengladbach, Meckenheim und Rheinbach.

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