Jugendstil, Art Déco, „Fachschulstil“

Jugendstil, Art Déco, „Fachschulstil“

Als deutsche Variante einer übernationalen Stilentwicklung und Reformbewegung (Art Nouveau in Frankreich, Modern Style in England, Stile Liberty in Italien) entfaltet sich der Jugendstil in den Jahren um 1900 und umfasst alle Bereiche des Kunstgewerbes. Der Name Jugendstil geht auf die Münchener Zeitschrift „Die Jugend“ zurück, die wie der „Pan“ in Berlin und „Ver Sacrum“ in Wien den neuen Stil propagierte. Er entsteht als Gegenbewegung zum Historismus und zur industriellen Massenproduktion in der Absicht, zeitgemäße Ausdrucksformen mit deutlichem Kunstcharakter zu entwickeln.

Viele Jugendstilgläser waren nie für den Gebrauch bestimmt, sondern entstanden als dekorative Einzelstücke, mitunter als Teil eines Raumensembles oder auch als individuelle Objekte mit eigenem Kunstanspruch.

Die seit 1900 – 1910 im Kunstgewerbe in Erscheinung tretende Tendenz zur geometrisierenden Gestaltung bei weitgehender Zurückdrängung von Ornamenten und bildlichen Dekors erfährt ihren Höhepunkt 1925 in der Pariser „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industrielles Modernes“. Die Stilrichtung des Art Déco ist nach dieser epochalen Ausstellung benannt.

Ansätze lassen sich bereits um 1900 bei den Glasentwürfen Wiener Künstler wie Josef Hoffmann, Kolomann Moser und Otto Prutscher beobachten. Sie beeinflussen nachhaltig die nordböhmischen Glasfachschulen in Steinschönau und Haida, deren Lehrer ihre künstlerische Ausbildung zum Teil in Wien im Umfeld der Neuerer erhielten. Die Glasfachschulen werden ihrerseits, zusammen mit den innovativen Auftraggebern – etwa den Firmen J. & L. Lobmeyr und E. Bakalowits Söhne, aber auch dem Österreichischen Werkbund und dem Österreichischen Museum für Kunst und Industrie –, für die Dekorauffassung der nordböhmischen Veredlungsbetriebe bestimmend.

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