Spuren in Glas Helga Feuser-Strasdas (D) ◦ Sabina Ramershoven (D) ◦ Minna Tuohisto-Kokko (FIN) ◦ 28.10.2016–15.01.2017

Okt 10th, 2016 | By | Category: Pressemitteilungen

spureninglasObwohl die drei Glaskünstlerinnen unterschiedliche künstlerische Positionen vertreten, eint sie die Begeisterung für den Werkstoff, der ihren Werdegang bestimmt: Glas hat im Leben von Helga Feuser-Strasdas (D), Sabina Ramershoven (D) und Minna Tuohisto-Kokko (FIN) deutliche Spuren hinterlassen. Ihre Werke haben den Weg zu privaten und öffentlichen Sammlern gefunden oder sind als architekturgebundene Projekte im öffentlichen Raum erfahrbar, wo sie ihrerseits wahrgenommen werden und einen Reflexionsprozess beim Betrachter auslösen, der ebenfalls nicht ohne Wirkung – also nicht spurlos – bleibt. Ihre Skulpturen, Assemblagen und Glasbilder zeigen auf ihrer Oberfläche, manchmal in ihrem Innersten aber auch ganz konkret Spuren der Bearbeitung durch unterschiedliche Techniken: Schmelzen, Bemalen, Schleifen, Verbleien.

 

Bleiverglasung "Mohn" von Helga Feuser-Strasdas

Bleiverglasung „Mohn“ von Helga Feuser-Strasdas

Helga Feuser-Strasdas wurde 1959 Rheinbach geboren, besuchte von 1975 bis 1978 die Staatliche Glasfachschule Rheinbach, wo sie zur Glasmalerin ausgebildet wurde. Nach einem daran anschließenden weiteren Ausbildungsjahr an der Fachoberschule für Gestaltung machte sie sich 1980 als freischaffende Künstlerin selbständig und eröffnete ihr Atelier in Wormersdorf. 1984 legte sie ihre Meisterprüfung als Glas- und Porzellanmalerin ab.

Am Katholischen Institut Bad Honnef vervollkommnete sie in mehreren Meisterkursen ihr Zeichentechniken. Sie arbeitet immer wieder mit anderen Innenarchitekten und Künstlern zusammen, deren Entwürfe für architekturgebundene Projekte sie in Glas realisiert, z.B. von Prof. Jörg Immendorf oder Prof. Martin Leo Bauer.

Anregungen für ihre Arbeit entnimmt sie häufig Naturstudien, Naturformen und -strukturen. Aufbauend auf gewolltem Zufall und exakter Weiterentwicklung entstehen Farbspielereien – abstrahierte Naturformen auf und mit Glas, die sie je nach Wirkungsweise mit den unterschiedlichen Techniken der Glasgestaltung umsetzt: neben den traditionellen Formen der Glasmalerei (Bleiverglasung, Schwarzlot etc.) setzt sie Glasverschmelzungen (Fusing) – oft in Kombination mit Metall (Stahl, Messing) ein; dieses ermöglicht ihr, freie Raum-Objekte zu schaffen.

sabina

Objekte von Sabina Ramershoven


Sabina Ramershoven
wurde 1964 in Königswinter geboren und 1985-1988 an der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach  als Glasschleiferin und -ätzerin ausgebildet. 1991 machte sie nach dreijährigem Studium ihren Abschluss als Meisterdesignerin an der Akademie für gestaltende Handwerke der Handwerkskammer Aachen. 1992 folgte die Meisterprüfung. Im darauf folgenden Jahr machte sie sich mit eigenem Atelier selbständig. Seit 1997 ist sie Werkstattlehrerin der Staatlichen Glasfachschule in Rheinbach. Parallel dazu studierte sie von 2012 bis 2014 am Institut für Künstlerische Keramik und Glas in Höhr-Grenzhausen.

Ihre Rolle als Lehrerin fasst sie als Wegbegleiterin der Schülerinnen und Schüler auf, wobei ihr die Interaktion bzw. das Ringen um ein interessantes und vielschichtiges Ergebnis wichtig sind: Im Lauf des Unterrichts entstehen viele Musterstücke und Zufallsprodukte, die in der Wahrnehmung der Künstlerin reizvolle Seiten haben; daher sammelt sie diese Arbeiten und setzt sie neu zusammen. In diesem neu geschaffenen Kontext erfahren die Schülerarbeiten eine überraschende Wertschätzung und besondere Aufwertung.

Die gläsernen Anteile ihrer Assemblagen wollen nicht in erster Reihe die Schönheit des Materials inszenieren, sondern auf die Brüchigkeit und Verletzlichkeit der menschlichen Existenz hinweisen.

"Wreath" (Reifen) Objekt von Minna Tuohisto-Kokko

Objekt „Wreath“ (Kranz) von Minna Tuohisto-Kokko

Minna Tuohisto-Kokko (FIN) trat 2015 in Kontakt zu Helga Feuser-Strasdas, die sie vom 3. bis 25. September 2016 in ihr Atelier zu „Symbiosis“, einer Gemeinschaftsausstellung internationaler Glaskünstlerinnen aus Frankreich, Deutschland, Finnland, Polen, Estland und Schweden im Rahmen der „Bothnia Biennale 2016“ einlud.

Ihr Kunststudium begann sie 1986-87 an der Art School in Jutseno. Die Kunstschule von Liminka eröffnete ihr 1987-1989 den Zugang zur Glaskunst; an der Kunst- und Design-Schule Toholampi lernte sie den Umgang mit Metall und Stein. 1993-1995 studierte sie an der Kunst- und Design-Hochschule Helsinki. 2001-2002 folgte ein Kulturmarketing-Studium an der Universität Helsinki. 2008-2010 beschäftigte sie sich an der Kunst- und Design-Schule Ikaalinen mit Pâte-de-verre.

Minna Tuohisto-Kokko arbeitet seit 1989 als Glaskünstlerin und konzentriert sich auf die Glasmalerei, wobei sie die Lebendigkeit und Zartheit des Materials fasziniert. Ihre Werke sind – lt. eigener Aussage – „aus starken Farben, kleinen Sachen und großen Gefühlen geboren“. Sie bezeichnet Farbe, Natur und den Dialog zwischen Leben und Tod als ihre zentralen Themen.

Die Künstlerin wohnt und arbeitet in Koskenkorva in Ilmajoki in Westfinnland und organiziert seit 2005 internationale Ausstellungen in ihrem Atelier. Am  Ikaalinen College of Crafts and Design, dessen Schüler sich wiederholt am Internationalen Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach beteiligt haben,  war sie am Aufbau der Glasklasse beteiligt.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 28. Oktober 2016, 19.30 Uhr im Glasmuseum Rheinbach (Ratssaal), Himmeroder Wall 6 sind alle Freunde der Glaskunst herzlich eingeladen.  Begrüßung: Stefan Raetz, Bürgermeister; Einführung: Dr. Ruth Fabritius, Museumsleiterin.

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