Moderne Zeiten – Glas von 1900 bis 1940 in neuem Licht

Moderne Zeiten – Glas von 1900 bis 1940 in neuem Licht

2. Juli 2021 Aus Von Bozena Yazdan

Liebe Freunde und Förderer
des Glasmuseums Rheinbach,
2019 wurden drei Räume der Dauerausstellung, die Gläser von Barock über Biedermeier bis Historismus zeigen, unter dem Motto „Böhmisches Glas in Biografien“ grundlegend umgestaltet. Nun kommt ein weiterer Raum hinzu, der das biografische Konzept aufgreift und an die Chronologie anschließt. Damit wird das Glas der Zeit von 1900 bis ca. 1940 in einem ebenso ansprechenden Rahmen präsentiert.Zu den Hörstationen in den bereits fertiggestellten Räumen kommt hier die Biografie von Alfred Dorn hinzu: Er war bis 1941 (offiziell bis 1945) Direktor der nordböhmischen Glasfachschule Steinschönau/Kamenický Šenov. Nach Kriegsteilnahme und anschließender Inhaftierung folgte er seiner aus der Tschechoslowakei vertriebenen Familie in den Westen Deutschlands und wurde 1948 Gründungsdirektor der Glasfachschule Rheinbach.
Unter einen einheitlichen Stilbegriff lässt sich die Glaskunst dieser Jahrzehnte nicht zusammenfassen, vielmehr stellt sie sich in einer Vielzahl zum Teil völlig auseinanderlaufender Erscheinungsformen dar: Jugendstil bzw. Art Nouveau, Art Déco, nordböhmischer Fachschulstil, Neue Sachlichkeit. Die Epoche vereinigt beides – Raffinement und Dekadenz einer Spätzeit und den Aufbruch zu neuen Zielen. Oft war das Glas Teil eines eleganten Interieurs mit Zügen eines sorgfältig inszenierten Gesamtkunstwerks, in dem alle Gattungen künstlerischer Gestaltung gleichen Rang hatten und das die Scheidung von freier und angewandter Kunst aufhob. Es sind Ideen und Konzepte, die immer wieder aufgegriffen und auch heute noch diskutiert werden.


Zur Einweihung des neu gestalteten Raumes möchten wir den kulturellen Kontext dieser überaus produktiven Zeit in den Blick nehmen, die wie kaum eine andere für den Aufbruch in die Moderne steht.

Die Fertigstellung eines weiteren umgestalteten Raumes unserer Dauerausstellung
möchten wir zusammen mit Ihnen am Samstag, dem 14. August 2021, 18:00 Uhr
mit einem kleinen Corona-konformen Open-Air-Museumsfest feiern, und zwar unter dem Motto
Moderne Zeiten
Glas von 1900 bis 1940
in neuem Licht

Begrüßung: Ludger Banken, Bürgermeister
Einführung: Dr. Ruth Fabritius, Museumsleiterin

Anschließend erwartet Sie ein abwechslungsreiches musikalisch-literarisch-choreografisches Programm, durch das Sie Thomas Spitz charmant begleitet: Sabine Pietsch singt kesse Lieder, Karl Hempel trägt Gedichte von Erich Kästner u.a. vor, Antonello Simone spielt auf dem Akkordeon leidenschaftliche Tangos, die Tanztheatergruppe aus dem Ballett des RTV (Leitung Angela Bargel) führt einen Showtanz auf, Kölner Tanzbegeisterte zeigen Ihnen einige Lindy Hop-Schritte zum Mitmachen… Änderungen vorbehalten.

 

Auch Sie als Gäste können diesen Abend zu einem unvergesslichen Fest machen: Wir würden es ausdrücklich begrüßen, wenn Sie Ihre Garderobe passend zur Mode jener Jahrzehnte wählen und ein paar Tanzschritte wagen.

Hier einige als Anregung gedachte Stichworte: Emilie Flöge in wallenden, von Gustav Klimt entworfenen Reformkleidern, „Roaring Twenties“- / Gatsby Style mit Flapper-Dress, verzierten Stirnbändern und Bubikopf, Marlene Dietrich als Tingeltangel-Sängerin Lola im „Blauen Engel“ oder als elegant-androgyne Hollywood-Diva im Hosenanzug, Mackie Messer und Polly aus Brechts „Dreigroschenoper“, Comedian Harmonists… und nicht zu vergessen die Outfits für Modetänze wie Charleston, Tango, Lindy Hop, Stepptanz…

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